Begeisterte Kritiken, nachdem Fritz Wunderlich in Freiburg 1954 den Tamino in Mozarts Zauberflöte gegeben hatte. Im Jahr darauf: Die Württembergische Staatsoper in Stuttgart sichert sich das außerordentliche Talent. Hier nimmt ihn Intendant Walter Erich Schäfer unter seine Fittiche. Wunderlich trifft auf eines der effektivsten Ensembles der Nachkriegszeit: mit Ferdinand Leitner als Generalmusikdirektor, während Wieland Wagner und Günther Rennert inszenieren. Große Namen zieren auch den Kollegenkreis: Lore Wissmann und Josef Traxel. Wieder sorgt der Ausnahme-Tenor als Tamino für Furore. Wunderlichs Stern strahlt heller und heller. Auch, wenn er selbst die Sangeskunst ganz nüchtern sieht: Gott segne das ehrbare Handwerk. Entsprechend hart arbeitet er an sich und seinen Rollen. Denn die Erwartungen sind hoch, der allerorten Gefeierte allerdings erfüllt sie mit Bravour. Auch privat scheint sein Lebensglück perfekt: Eva Jungnitsch, die aparte Aushilfsharfinistin und junge Tochter des ersten Flötisten im Orchester, hat es dem Meistersänger angetan. Es ist Liebe auf den allerersten Blick. Sie wird in Bälde besiegelt - am 25. August 1956. Und wo schreitet das junge Paar vor den Altar? Bodenständig, wie der Fritz im tiefsten Innern seines Herzens nun mal ist, in seiner pfälzischen Heimat - in Kusel.
Der elegante Liebhaber ist Wunderlich nun nur noch auf der Bühne. Im Privaten hat er künftig eine ganz andere Rolle zu meistern: seit wenigen Monaten sind die Wunderlichs zu dritt - Töchterchen Constanze macht die kleine Familie komplett.
Ein Leben für die Musik I
Fritz Wunderlich - Privat-, Presse- und Studiofotos, alle: Fritz Wunderlich-Museum/Fritz Wunderlich-Gesellschaft in Kusel