Geschrieben in Zeitzeugen am 24. Dezember 2007 0 Kommentare »
Wenn ich mich recht erinnere, dann war es an Heiligabend 1946 oder 1947. Vater fehlte noch, er hatte Bereitschaftsdienst bei der Bahn. Da kam er nie besonders guter Laune nach Hause. Abends um acht Uhr sagte die Mutter: “Wir fangen schon einmal mit dem Essen an.”
“Was gibt es denn?”
Zu Heiligabend erwarteten alle etwas Besonderes.
“Ich habe […]
Geschrieben in Zeitzeugen am 12. Oktober 2007 0 Kommentare »
Wir saßen fast immer mit hungrigen Mägen in der Schule. So etwas wie heute, wo die Butterbrote im Papierkorb landen, wenn der Aufstrich nicht genehm ist, das wäre undenkbar gewesen. Manche Mitschüler haben rohe Kartoffeln gegessen. Das wäre mir allerdings unmöglich gewesen. Lieber hätte ich nichts gegessen. Aufstrich war eine absolute Seltenheit. Wenn es hoch […]
Geschrieben in Zeitzeugen am 10. Oktober 2007 0 Kommentare »
Um Kameras macht Fotografensohn Wolfgang Reisewitz einen großen Bogen. Bis der Krieg kommt und er als Quereinsteiger zunächst in geheimer Kommandosache französische Besatzungsanlagen an der Westgrenze fotografiert. Von da an genießt er das besondere Vertrauen des Offiziercorps. vor allem des Generals Lindemann, dessen Pferde er so schön abgelichtet hat. So wird Reisewitz zu einer Art […]
Geschrieben in Zeitzeugen am 8. September 2007 0 Kommentare »
Ursula Sch., 1942 geboren, erinnert sich an ihre ersten Begegnungen mit dem Radio, den Schlagern und dem Kino der Zeit. Und an die WM 1954, die so mancher Familie - oft auf Drängen des fussballbegeisterten Oberhauptes - ihren ersten Fernsehapparat bescherte:
Zeitschriften wurden bei uns zu Hause so gut wie keine gekauft oder gelesen. Ein Radioapparat […]
Geschrieben in Zeitzeugen am 21. August 2007 0 Kommentare »
Die Hunsrückerin Christel D. erinnert sich an die Zeit, als sie ungeahnt “Zaungast” und “Augenzeuge” einer der größten sich anbahnenden Skandale der jungen Republik wird:
Ende 1956 absolvierte ich in Frankfurt eine Zusatzausbildung als Fernmelde- und Fernsehüberwachungstechnikerin. Die Ausbildungsräume lagen im 2. Stock eines heute längst abgerissenen Gebäudes, direkt gegenüber der Wohnung der Nitribitt. Da stand […]
Geschrieben in Zeitzeugen am 17. August 2007 0 Kommentare »
Es gibt Ausstellungen, die ihre Besucher ganz persönlich berühren. Die Landesaus-stellung gehört dazu. Hier eine kleine, aufschlussreiche Auswahl von Einträgen in das Gästebuch des Mittelrhein-Museums in Koblenz:
Mit meinem Geburtstag am 12. April 1947 habe ich die Landesgründung knapp verpasst. Mit einer Pfälzerin als Frau bilden wir auch privat Rheinland-Pfalz, da mein Geburtsort Mülheim ist. Vermisst […]
Geschrieben in Zeitzeugen am 24. Juli 2007 0 Kommentare »
Hartmut C. (geb. 1943) erinnert sich an seine ersten Jahre in Speyer – in einer Mansarde, die eigentlich eine Zumutung war, mit Möbelstücken, die eigentlich vom Großvater waren und Anzügen, die eigentlich ganz übel müffelten. Den kleinen Hartmut aber zutiefst mit Stolz erfüllten…
Von Bergzabern kamen wir 1948 nach Speyer in eine Mansarde, eigentlich unbewohnbar, ohne […]
Geschrieben in Zeitzeugen am 7. Juli 2007 0 Kommentare »
Barbara F. (geb. 1944) erinnert sich an die Zeit, als es in den Geschäften endlich “was zu holen” gab und man es sich auch wieder leisten konnte, auf sein Äußeres zu achten:
Anfang der 50er Jahre ging es uns endlich besser. Aber Butter war noch immer knapp und deshalb sehr teuer. Durch Rabattmarken sicherten sich die […]
Geschrieben in Zeitzeugen am 25. Juni 2007 0 Kommentare »
Gerd L. (geb.1941) erinnert sich daran, wie er den Krieg und das Ende erlebte; an die Luftangriffe auf Neustadt, an Evakuierung und Rückkehr. Und – an sein erstes Kaugummi.
Ausgebombt wurden wir nicht. Aber ich erinnere mich an einige Luftangriffe, die sich auf den östlichen Teil von Neustadt konzentrierten, auf Winzingen. Wir haben ja im […]
Geschrieben in Zeitzeugen am 19. Juni 2007 0 Kommentare »
Wer sagt denn, dass man sich in schweren Zeiten nicht amüsieren kann?! Ein Ausstellungsbesucher erinnert sich an die Zeit, als das gesellschaftliche Leben wieder Rückenwind bekam:
Auf dem Land fanden in den Nachkriegsjahren verhältnismäßig viele Tanzfeste statt. (Nachholbedarf – neue Musik?) Es war schön. Für Kinobesuche brauchte man neben dem Eintrittsgeld noch Briketts oder Holzscheite, damit […]